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12 octobre 2011

Anne Schumann, eine Leidenschaft für Zouglou Musik

Sie ist 33 Jahre alt, charmant und hat eine große Liebe zur Côte d’Ivoire – vor allem für ivorische Musik, und ganz besonders für die Musikrichtung Zouglou. Sie erzählt von den grossen Namen der Geschichte dieses Musikstils: Didier Bilé, „Les Poussins Chocs“, „Espoir 2000“... Mit ihrem gemischt deutsch-englisch- und ivorischem Akzent erhält Zouglou den Status von „Weltmusik“.

Weltmusik, so sieht Anne Schumann diese ivorische Musikrichtung in 20 Jahren. „Dann gibt es vielleicht Zouglou-Jazz, Zouglou-Zouk oder ähnliches“, überlegt sie. Anne redet von Zouglou als ein Musikstil, der die kulturellen Entwicklungen weltweit beeinflussen könnte.


Eine Deutsche, die afrikanische Sprachen und Kulturen an der Universität London studiert? Sie lacht, wenn man sie fragt, wieso sie denn ausgerechnet über Zouglou Musik forscht? „Ich habe mich in diese Musik verliebt, seitdem ich das erste Mal in Côte d’Ivoire war. Das war 1996“, erinnert sie sich. Damals hatte sie in den Schulferien Freunde in Abidjan (und Daloa) besucht, und so hat sie zum ersten Mal diese Musik „voll von Humor und Wahrheiten über das Leben“ gehört. Damals verstand sie nicht viel Französisch aber der Rhythmus gefiel ihr. „In der Nachtclubs habe ich zugeschaut, wie die Leute tanzen, und ich habe es ihnen nach gemacht“. Ihr Abendteuer von 1996 hat ihren Wunsch geweckt, mehr über die Musik von den „Salopards“ oder „Esprit Wôyô“ zu erfahren. „Ich wollte die Grundlagen dieser Musik verstehen, und wie sie eine ganze Generation beeinflusst hat“.

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Zehn Jahre später kam Anne zurück nach Côte d’Ivoire mit vielen Ideen und besseren Französischkenntnissen. Sie hatte sich eins in den Kopf gesetzt: „eine Doktorarbeit über Zouglou Musik zu schreiben“. Während eines Jahres (2007-2008) trifft sie Persönlichkeiten wie den Professor Zadi Zaourou und viele Künstler, die ihr ihre Türen geöffnet haben, „damit ich ihre Inspirationen, Motivationen, und ihre Visionen besser verstehen kann. Sie haben mir sehr geholfen“ sagt sie voller Anerkennung für das Milieu der Zouglou Musiker. Sie verbringt ihre Zeit in vielen verschiedenen Universitätsbibliotheken und hört Zouglou Musik verschiedener Epochen, von Didier Bilé bis zum Album „Signe Zo“von Yodé & Siro. Das Endprodukt: „The Social and Political Dynamics of Zouglou Music in Abidjan, Côte d’Ivoire, 1990-2008“, eine Doktorarbeit mit 320 Seiten die ihr den Titel eines „Doktor (PhD) für afrikanische Sprachen und Kulturen“ verleiht. Sie hat ihr mündliches Examen Januar 2011 bestanden.

Aber für Anne endet das Abendteuer nicht dort. „Ich ziehe nach Südafrika, um dort an meinem nächsten Forschungprojekt zu arbeiten. Es geht um die Dynamik zwischen neuen Medien und afrikanischer Musik“ erklärt sie. Dies wird ein Projekt, das den Einfluss des Internets auf afrikanische Musik erforscht. In der Zwischenzeit verteilt sie ihre Doktorarbeit. „Dies ist meine Art, meinen wissenschaftlichen Beitrag zu der ivorischen Kultur zu leisten“ sagt sie. Sie meint, Zouglou Musik muss ein weiteres Publikum als nur die französisch sprechende Welt erobern. „Zouglou sollte auch die anglophone Welt erobern. Es ist schade, dass so eine reiche Musik auf ein francophones Publikum eingeschränkt ist. Vielleicht werden eines Tages Zouglou Musiker Englisch unter die Texte in lokalen Sprachen mischen, damit ihre Musik weltweit bekannt wird“ sagt sie mit einem grossen Lächeln.

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Commentaires

Kein Kommentar. ich bin ein ivorischer Doktorand und mache meine Promotionsarbeit über Zouglou. Seit 2004 bin ich am Arbeiten und das Thema meiner Promotionsarbeit lautet: "La poesie populaire dans les "Chants de Sesenheim de Goethe" et les chants Zouglou" (Das Volkstümliche in "Sesenheimer Lieder" von Goethe und Zouglou-Liedern).
Ich bin schon mit der Arbeit fertig. Aber will ich alle wissenschaftliche Arbeiten über Zouglou lesen. Deswegen bitte ich Ihnen mir den Kontakt von Anna Schumann per Mail zu schicken.
Vielen Dank!

Écrit par : LOKPO RABE SYLVAIN | 06 décembre 2011

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